Gewaltsamkeit

Es ist nicht so sehr eine Frage der Prinzipien,Überzeugungen oder anderer, auf intellektuellem Weg erworbenen, Regelwerke die wir anwenden wenn wir sinnloser Grausamkeit gegenüberstehen und versuchen diese zu verarbeiten sondern welches Maß an empathischer Tiefe die Individuen einer Gesellschaft zulassen können ohne emotionell zu zerbrechen. Der Grad Ihrer Sensibilität hängt unter anderem davon ab welche Bedeutung dem Begriff Schuld in ihrer Erziehung beigemessen wurde und vor allem ob Schuld eine individuell verhandelbarer also quantitativer Zustand ist oder ob sich die Schuld zu einer unumkehrbaren Eigenschaft der Gemeinschaft also der Person transformiert. ( zb.: katholisch vs protestantisch ) Viele von uns sind Enkel von Zeugen, Opfern oder Tätern des Holocaust, Söhne und Töchter von Eltern deren Kindheitserinnerungen den Terror von Volksvertreibungen, Nachkriegshunger, demagogisch matriarchalischen Erziehung zum protestantischem Verzicht und zur Bescheidenheit geprägt ist. Die industrialisierte Vernichtung von Menschen, in Russland und Deutschland , welche nicht direkt der Feind eines Krieges oder der Gegner einer Auseinandersetzung waren sondern ausschließlich mit den ideologischen Hassprojektionen von wenigen Individuen übereinstimmten, ist eine Last die wir nicht tragen können und doch beschwert Sie unseren Schritt , vernebelt unseren Stolz und vergiftet unser Verhältnis zum Genießen an sich. Je mehr eine Gemeinschaft mit sinnlosen Grausamkeiten konfrontiert ist deren Ursache und Lösung außerhalb Ihres Einflusses liegen , sie aber trotzdem emotionell belastet, desto schwächer werden ihre natürlichen Abwehrkräfte gegenüber sich einschleichender Ignoranz und Egoismus. Je mehr eine Gemeinschaft in globale Konflikte der Aktualität involviert wird , sei es auch nur auf informativer Ebene, desto weniger is sie dazu in der Lage gezielt Solidarität in ihrem nahen Umfeld zu empfinden und zu leben. Die Summe aus dem Rucksack der Vergangenheit den wir nicht schaffen abzulegen weil es ihn nicht wirklich gibt , weil er eben in unserer Weise zu denken liegt, weil er uns eben nicht anerzogen oder aufgezogen wurde sondern weil wir durch ihn und wegen ihm gewachsen sind , und der sintflutartigen Überschüttung mit Grausamkeit aus vom gesamten Globus überlastet und lähmt das Nervensystem von vielen hundert tausend Menschen . Macht Gesellschaften krank , hilflos , Egoistisch und schwach. Zu schwach um Entscheidungen zu treffen die etwas ändern könnten , Zu gelähmt um zu sehen dass Wissen, Transparenz, Information und Aufklärung auch emotionale Konsequenzen haben auf die wir uns nicht vorbereitet haben. Das Angebot an Krieg, Zerstörung, Krankheit und vor allem sinnloser Grausamkeit ist überall das selbe, mal wird es kritisch diskutiert, mal interessant und hintergründig beleuchtet , dann wieder sensationalistisch zerstückelt oder auch dokumentarisch aufgearbeitet. Wird eine Gemeinschaft die jeden Tag ihres Lebens mit sinnloser Grausamkeit konfrontiert wird selbst grausam? Es wäre Zeitverschwendung auch nur eine Studie dazu anzustellen , zum einen weil es bereits viele gibt von denen die meisten ja sagen und zum anderen, und viel wichtiger, unser Gefühl sagt auch ja. Wie können wir unsere Gemeinschaft, so klein die auch sein mag, ein paar Freunde und Familie. vor dieser Lähmung und der daraus resultierenden Solidaritätslosigkeit schützen ? Ich schlage Frieden als Protest vor. Wir schauen nicht weg aber wir sagen nein zu der Verantwortung die uns suggeriert wird. Wir praktizieren täglich Frieden und Solidarität in dem kleinen Rahmen der uns möglich ist und wir werden so entwaffnen was uns einreden will das Frieden nur mit globalem Denken erreichen wohl wissend das es uns seelisch überfordert. Wir können die Last der sinnlosen Grausamkeit der Welt nicht tragen auch wenn westliche Hilfsorganisationen und große Marketingeinrichtungen das immer wieder suggerieren. Der Frieden muss aus uns kommen. Der Frieden, Toleranz und von Moralismus befreite echte Empathie muss von uns, in unserer Gemeinschaft zuerst existieren und gelebt werden Nur dann hat er eine Chance zu wachsen.

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